Den Gamle Kro – wo die Zeiten kommen und gehen

Den Gamle Kro in Gråsten ist ein Gebäude der Zeit im buchstäblichen Sinne. 1747 errichtete der Uhrmacher Nicolai Hohwü das Gebäude in der Slotgade von Gråsten. Hier betrieb er seine Werkstatt und sein Uhrengeschäft. Es war die Zeit, als Herzog Christian August I. von Augustenburg auf seinem neu erworbenen Schloss Gråsten trotz seiner schnell wachsenden Schulden ein Leben mit großen Jagden und täglichen Tafeln mit 13 oder 14 Gängen führte. Vornehm sollte es sein. Und in der Slotsgade arbeiteten fleißig der Uhrmacher, sein Sohn Thomas und wiederum dessen Sohn, Jahr um Jahr. Als Nicolai seine Sehkraft verlor, wurde er stattdessen Ziegeleibesitzer auf Fiskenæs und der Meisterschmied Theodor Lorenzen übernahm die Uhrmacherei. Es dauerte aber nur ein Jahr, bis er der Zahnräder und Lote überdrüssig war. Daher gründete er ein Wirtshaus. Und seit 1852 kümmert man sich im Den Gamle Kro in Gråsten gut um die Gäste. Die Familie Hohwü ist in der Stadt und der Umgebung immer noch zu finden.

Es folgten Gastwirt auf Gastwirt mit Frauen und vielen Kindern. Und eine Zeitlang hieß das Gasthaus sogar „Juliedal“. 1936 musste eine Gastwirtin, Kirstin Jebsen, den Betrieb übernehmen, weil erst der Vater und nur drei Jahre danach die Mutter gestorben waren. Doch da sie nur 23 Jahre alt war, erhielt sie keine Konzession und musste zwei Jahre lang das Gasthaus im Namen des Bruders betreiben. Nach Jahren in der weiten Welt kehrte der alte Gråstener Poul Hansen heim. Er verliebte sich sofort in die junge Gastwirtin. Und sie in ihn. Und wieder gab es ein Gastwirtspaar im alten Gasthaus der Stadt. Als er starb, kam ein Musikdirektor vorbei. Er spielte so schön auf dem Klavier im Gasthaus. Und so blieb auch er, als neuer Gastwirt.

31 Jahre lang blieb Kirsten die bekannte Gastwirtin der Stadt Gråsten. Darauf folgte das Wirtspaar Aase und Finn Christensen. Und jetzt führt Doris Pørksen Schmidt als neue Gastwirtin der Stadt die Traditionen weiter. Die Zeit steht nicht still im Den Gamle Kro.