Schloss Gråsten – ein königliches Urlaubsparadies

Nur wenige hundert Meter vom Den Gamle Kro entfernt liegt das Schloss Gråsten. Wie der größte Teil der Stadt auch ist das Gasthaus im Schatten des Schlosses entstanden. Und das Schloss ist bis heute der markante Mittelpunkt der Stadt Gråsten. Das mächtige Adelsgeschlecht Ahlefeldt errichtete am Ende des 17. Jahrhunderts ein beeindruckendes Barockschloss am Ufer der schönen, von Wäldern umsäumten Förde. Schon früher hat es Schlösser gegeben. Doch dieses war das prachtvollste – und das in einer Gegend, in der sich die jagdfreudigen Adeligen austoben konnten. Doch 1757 brannte das Schloss nieder und nur die Schlosskirche überstand das Unglück. In mehreren Abschnitten entstand ein bescheideneres Schloss. Und die Ahlefeldter wurden von den Herzögen von Augustenburg abgelöst. Die Zeiten im 18. und 19. Jahrhundert waren verworren, als die dänischen Könige zwar die oberste Macht in den Herzogtümern zwischen dem Kongeå und Hamburg innehatten, selbst aber Herzöge waren. Und eine gesprenkelte Schar von ineinander verflochtenen Herzogsfamilien befand sich mehr oder weniger an der Macht. Die Töchter wurden so gut wie möglich vermählt. Die Söhne erbten die Schlösser oder erhielten große Gutshöfe. Und gab es keinen Hof, dann wurden sie Offiziere. So war das damals.

Einigen Herzögen erging es besser als anderen. Herzog Friedrich Christian II. sind wir besonders zu Dank verpflichtet. Zusammen mit Herzogin Louise Augusta verwandelte er den Park in einen englischen Landschaftsgarten. Und das ist er bis heute geblieben. Schön und romantisch öffnet er sich in die Landschaft.

Der letzte Herzog am Ort, Ernst Günther, war ein aktiver Mann, der vom Gut Primkenau in Schlesien einen fähigen Fischermeister anwarb, der hier ein umfangreiches System von Karpfenteichen anlegte. Immer noch gibt es hier sehr viele Fische zu sehen. Und jedes Jahr im Dezember werden am Schloss Gråsten große, fette Karpfen verkauft.

1935 war ein gutes Jahr für Schloss Gråsten. Damals übertrug der dänische Staat das Nutzungsrecht an den damaligen Kronprinzen Frederik und Kronprinzessin Ingrid. Und die Kronprinzessin mit ihrem „grünen Daumen“ brachte den darbenden Park wieder zum Blühen. Heute ist er wieder ein Prachtstück. Der Geist von Königin Ingrid lebt zwischen den Blumen weiter. Der Park ist öffentlich zugänglich mit Ausnahme der drei Sommerwochen, in denen die dänische Königin die Familie zum Urlaub auf Schloss Gråsten versammelt – genau wie König Frederik IX. und Königin Ingrid das getan haben. Im Park herrscht stets eine üppige Blumenpracht. Und der Rasen darf gern betreten werden. Schauen Sie vorbei in einem der schönsten Gärten von Dänemark.